Buddhistische Psychologie

Bewusstsein, Erfahrung sowie Ego und Geist, haben in der buddhistischen Psychologie eine andere Bedeutung als in der westlichen Psychologie.

Psychotherapie beschäftigt sich im wesentlichen damit, aus einem neurotischen ein gesundes Ich zu machen, und Buddhismus damit, sich von diesem gesunden Ich zu lösen. Um noch präziser zu sein, geht es darum, sich von der Illusion zu lösen, es gäbe überhaupt ein unveränderliches Ich, also ein Ich, das wir scheinbar täglich erleben. Das Ziel des Buddhismus ist es, sich von dieser Identifikation zu lösen, denn es gibt zwar ein Ich-Erleben, aber kein Ich.

Stets voller Furcht ist dieses Herz, Stets voll Besorgnis ist der Geist. Durch Nöte, welche droh’n und solche, welche sind. Furchtfreies Leben, gibt es solches denn? O künd es an, von mir befragt! Wirrsal innen, Wirrsal außen. In Wirrsal ist verwirrt das Volk. Dies frag’ ich nun, o Gotama: Wer kann die Wirrsal wohl entwirren?

Nyanaponika 1993

Diese Zeilen, die wohl zu Buddhas Zeiten entstanden sind, zeigen auf, dass die Menschen schon immer unter Ängsten und Sorgen gelitten haben.

Entstanden ist der Buddhismus, und damit die buddhistische Psychologie vor 2500 Jahren, als Siddharta Gautama (besser als der Buddha bekannt) auszog, um das menschliche Leiden zu erforschen und einen Weg zu finden, es zu beenden. Gerne wird der Buddhismus auch als Erfahrungsreligion bezeichnet, da es nicht darum geht zu glauben, sondern selbst zu erfahren.

Die Lehren des Buddhismus sind letztlich keine Religion, sondern eine Wissenschaft des Geistes.

Der Dalai Lama

Grundsätzlich betrachtet der Buddhismus die Natur des Geistes als gesund. Dies ist ein hervorragender Ausgangspunkt, für eine ressourcenorientierte Arbeit in der psychologischen Beratung.

Bei meiner Arbeit unterstützt mich die buddhistische Lehre auch dabei, meinen Klienten gegenüber eine mitfühlende, wertschätzende und achtsame Haltung einzunehmen. In dieser Atmosphäre kann eine durch Vertrauen geprägte Verbindung entstehen.

Aber auch an Methoden hat die buddhistische Psychologie einiges zu bieten. Ziel ist es, durch achtsame Beobachtung und Erforschung des eigenen Geistes, dessen Struktur und Natur und somit sich selbst zu erkennen. Dadurch lassen sich unter anderem unheilsame emotionale Muster aufdecken und entkräften. Diese Form der Geistesschulung führt nicht zuletzt in heilsamere Bewusstseinszustände. Lassen Sie uns gemeinsam auf Entdeckungsreise gehen, ich unterstütze Sie und begleite Sie dabei.

Auch die Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT) bedient sich einiger buddhistischer Techniken, die ich sehr gerne bei meiner Arbeit verwende.

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