Machen wir uns nichts vor, das Leben ist unsicher und lebensgefährlich.

Wir sind es nicht gewohnt

Im Gegensatz zu anderen Teilen der Erde, sind wir in Deutschland über viele Jahre von Kriegen, Umweltkatastrophen oder anderen Krisen weitestgehend verschont geblieben. Dieser Umstand ist ohne Zweifel erst einmal erfreulich. Jedoch gibt es auch eine Kehrseite der Medaille. Wir sind nichts mehr gewohnt!

Sie werden jetzt womöglich erwidern wollen, „an dererlei Geschehnisse, möchte ich mich gar nicht gewöhnen.“ Und dieses Ansinnen ist zutiefst nachvollziehbar. Wir wollen nämliche alle nicht leiden. 

Jedoch, besteht das menschliche Dasein durchaus auch aus schwierigen Zeiten, Krankheiten, Katastrophen und bisweilen leider auch aus kriegerischen Auseinandersetzungen. Und dies schon seit menschen Gedenken, wie uns die Geschichte zeigt. Allen gemein ist, die Möglichkeit dabei zu leiden und zu sterben.

Und genau hier, bei der Angst vor dem Tod, sitzt meiner Meinung nach das Hauptproblem. 

Wir haben es verlernt, den Tod in unser Leben mit einzubeziehen. Den Tod als völlig normal und sogar notwendig zu betrachten.

Dies erklärt unter anderem die teilweise panische Angst rund um das Thema Corona. Aber es erklärt weiterhin auch das Phänomen, jeglicher, lebensverlängernden Maßnahmen. Ich bin mir der Explosivität dieses Themas durchaus bewusst. Auch ich würde vermutlich bei einem entzündeten Blinddarm, das Krankenhaus aufsuchen, um nicht daran zu versterben. Die Frage ist jedoch, wie weit gehen wir, um unser Leben zu verlängern? Ich befürchte, hier gibt es keine Grenze. Alles, was die Wissenschaft an dieser Stelle zur Lebensverlängerung beitragen kann, wird auch in Anspruch genommen. Vor einiger Zeit soll ein Mediziner gar versucht haben, einen Kopf zu verpflanzen. Damit einer der beiden-, oder womöglich beide Patienten überleben können?

Liegt es nicht schon im Grundstein unserer Existenz, das wir verletzlich und sterblich sind? Hat dies nicht auch, wie alles andere was die Natur hervorgebracht hat, seinen guten Grund? Ist es also sinnvoll, um jeden Preis die Natur verändern zu wollen?

Ich denken nicht! 

Und um es mit den Worten von Fritz Perls zu sagen:

Don´t push the river, it flows by it self.

Soll heißen, immer dann, wenn der Mensch massiv in die Natur bzw. den natürlichen Lauf der Dinge eingreift, hat dies in der Regel Nebenwirkungen. Denn auch wenn uns das nicht gefällt, die Natur hat alles perfekt im Griff. Auch Krankheit, Leid und Tod.

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