Instant Messaging und der „Dopamin Loop“

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Kennen Sie das Gefühl, es nicht erwarten zu können, dass eine neue Nachricht auf Ihrem Smartphone eintrifft. Verspüren Sie geradezu einen Kick, sobald das Nachrichtensymbol auf Ihrem Smartphone erscheint? Sie können einfach nicht widerstehen, die Nachricht sofort zu öffnen und zu lesen? Durch Statusmeldungen animieren Sie zusätzlich Ihre Kontakte Ihnen zu schreiben?

Nun dafür gibt es eine Ursache, nämlich den Neurotransmitter Dopamin, im Volksmund auch gerne als Glückshormon bezeichnet. Dopamin ist dafür verantwortlich, dass Sie ein kurzes Hochgefühl verspüren, sobald Sie eine Nachricht erhalten. Vor allem aber, ist die Erwartung, um wen oder was es sich in der Nachricht handelt, verantwortlich für die Dopaminausschütung.

„Dopamin will unsere Zukunft besser machen und macht im Prinzip die ganze Zeit über Versprechen“, sagt Professor Daniel Z. Lieberman, Psychiater und Hirnforscher aus den USA. Das heiße im Umkehrschluss: „Wenn wir wirklich zufrieden und glücklich sind mit dem, was wir haben, brauchen wir das nicht.“ Diesen Zustand aber erreichten viele nicht.

Längst ist es zu einem gewohnten Bild geworden, dass das Smartphone jederzeit griffbereit, meist sogar in ständiger Benutzung ist. Ob es sich hierbei um die Fahrt mit der U-Bahn handelt, oder das romantische Dinner zu zweit, das Smartphone scheint sehr häufig wichtiger als alles Andere.

Bei der Fahrt mit der U-Bahn, ohne einen Gesprächspartner, lässt sich vielleicht noch ein gewisses Verständnis für die Smartphone-Nutzung aufbringen, doch wie sieht es bei dem von mir erwähnten Dinner zu zweit aus? Auch hier ist wohl häufig das Smartphone die attraktivere Beschäftigung. Es scheint so, als würde beim Chatten, bzw. genauer gesagt bei dem was diesbezüglich erwartet wird, mehr Dopamin ausgeschüttet, als bei der Unterhaltung mit dem Gegenüber.

Sobald also eine gewisse Abhängigkeit nach diesem Hochgefühl besteht, fällt es selbst in Situationen der Zweisamkeit unheimlich schwer, das Smartphone in der Tasche, oder Zuhause zu lassen.

Der Begriff Dopamin ist nun schon mehrfach gefallen, aber was hat es mit dem „Loop“ auf sich?

Das Fatale, dass sich bei jedem Suchtverhalten feststellen lässt, ist zum einen die Abhängigkeit und zum anderen das Verlangen nach mehr.„Dopamin Loop“ (Endlosschleife) also deshalb, weil es nie genug ist. Es wird davon immer mehr benötigt, um dieses Gefühl zu erzeugen. Wie in dem berühmten Lied von Mick Jagger „I Can’t Get No Satisfaction“ in dem er besingt, dass er einfach keine Befriedigung bekommt, stellt sich keine nachhaltige Zufriedenheit ein.

Der „Dopamin-Loop“ dürfte wohl auch eine große Rolle beim Online-Dating spielen. Geht es doch auch hier vorrangig um das Austauschen von Nachrichten und den daraus entstehenden Nervenkitzel. So kommt es nicht selten vor, dass selbst nach erfolgreicher Suche, das Online-Dating weiter betrieben wird, da der Kick einer zu erwarteten Nachricht sonst ausbleibt und die damit verbundene Aussicht auf einen besseren Partner.

Welche Auswirkungen dieses Verhalten haben kann und was man dagegen tun kann, ist der Stoff, für einen weiteren spannenden Artikel.