Die Sucht nach Anerkennung

Ein sehr weit verbreitetes psychologisches Muster, ist die Sucht nach Anerkennung. Vielleicht werden Sie jetzt sagen, “Anerkennung wünschen wir uns doch alle und es tut uns allen gut.” 

Das ist vollkommen richtig, jedoch wird es problematisch, wenn es sich dabei um eine Sucht handelt. Soll heissen, wenn ohne ständige Anerkennung, ein leidvoller Zustand zutage tritt.

Menschen die süchtig nach Anerkennung sind, lassen meist keine Möglichkeit aus, sich hervorzuheben. Es reicht ihnen beileibe nicht aus, gewöhnlich zu sein. Ihr Tun, Handeln oder Sein, muss für Andere sichtbar und anerkannt werden. Die angewandte Vermeidungsstrategie ist in der Regel ein permanentes “fishing for compliments”

Vermeidungsstrategie bedeutet in diesem Fall, der oder die Betroffene hat sich eine Strategie angeeignet, um dem Gefühl, der fehlenden Anerkennung zu entkommen.

Häufig handelt es sich dabei auch um diejenigen Menschen, die zeitweise immer wieder mit einer gewissen Unzufriedenheit zu kämpfen haben. Andere wiederum, sind teilweise bis zur völligen Erschöpfung (Burnout) damit beschäftigt, Außergewöhnliches, oder zumindest mehr als Andere zu leisten. 

Vermeidungsstrategien sind meist dadurch gekennzeichnet, dass sie mit mehr oder weniger starken Nebenwirkungen einhergehen. Deshalb macht es Sinn, der Sache auf den Grund zu gehen, um damit eine Veränderung zu ermöglichen.

Meist findet sich die Ursache in der Kindheit.

Wurde in der kindlichen Entwicklung, die bedingungslose Anerkennung durch die Eltern nicht erfahren, so ist das entstandene Muster nachvollziehbar.

In der psychologischen Beratung, wird es nun darum gehen, zu erfahren, dass alte Muster ausgedient und nicht mehr gebraucht werden. Als Erwachsener, sind Sie nicht mehr auf diese Form der Anerkennung angewiesen, bzw. davon abhängig. Selbstbewusst sind Sie in der Lage, auch ohne ständige Bestätigung von Außen, ausgeglichen und zufrieden ihr Dasein zu genießen.

 

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