WuWei Teil 2

Ich denke es war dringend nötig, einen zweiten Teil von WuWei zu verfassen. Das liegt unter anderem daran, dass ich bei der Arbeit mit meinen Klient/innen festgestellt habe, dass es so einfach es auch klingen mag, für viele nicht ist.

Die Hände vom Steuer zu nehmen und es dem Tao zu überlassen.

Einen der Gründe hierfür möchte ich gerne in diesem Beitrag erläutern. Zum einen, um etwaige Missverständnisse auszuräumen, zum anderen, um den Mensch darin zu ermutigen, es (richtig) auszuprobieren und erst dann Schlüsse zu ziehen.

Vermutlich das größte Problem, sich auf das taoistische Lebensprinzip des WuWei einzulassen, sind unsere Neurosen oder auch (Kopf-)Muster. Wären wir eigentlich bereit, uns dem Fluss des Lebens hinzugeben, funken uns häufig jene meist bereits aus der Kindheit erworbene Muster gehörig dazwischen. So scheint es uns, getriggert durch diese alten Muster unmöglich, vertrauen in den den natürlichen Fluss zu haben. Stattdessen wenden wir unsere bisherigen (unefektiven) Strategien an, die uns in der Regel das Leben eher schwer als leicht gemacht haben.

Im ersten Augenblick scheint dieses Vorhaben dann wohl zum scheitern verurteilt. Jedoch gibt es hierzu eine Lösung, nämlich jene die ebenfalls dem taoistischen Prinzip entspringt, die  Achtsamkeit. Ich weiß, werden Sie jetzt sagen, der Begriff Achtsamkeit ist bereits sehr „mainstream“ und wirkt für viele mittlerweile etwas abgedroschen. Dem Prinzip des WuWei entsprechend, bedeutet dies lediglich, Ihr dasein so häufig wie möglich in der Gegenwart zu verbringen. Hier hat die alte Geschichte nämlich keine Macht über Sie.

Selbstverständlich möchte ich an dieser Stelle nicht verschweigen, dass dies mit etwas Aufwand verbunden ist. So arbeite ich mit meinen Klient/innen zu allererst an diesen „Saboteuren“ wie ich sie gerne nenne, bevor wir zum eigentlichen Thema, dem Leben im Fluss mit den Wirkkräften des Tao kommen.

Wenn wir die „alten Geschichten“ gemeinsam entdeckt haben und Sie achtsam immer wieder bemerken, wann und wodurch diese getriggert werden, sollte es möglich sein, immer mehr Abstand zu gewinnen.

Sollten diese Geschichten eine regelrechte Traumatisierung zur Folge haben, so kann es auch sinnvoll sein, einen Arzt oder Psychotherapeuten zu konsultieren. Nicht selten kommt es vor, dass ich Klient/innen diesen Schritt empfehle.

 

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