Achtsamkeit

27. Januar 2020

Wir leben in einer Zeit, in der wir sehr oft unachtsam mit uns und unserem Umfeld umgehen. Groß scheint die Verführung der Flut  medialer Eindrücke. Die Vielzahl an Zerstreuungsmöglichkeiten, die einen kurzfristigen “Kick” versprechen, sind leider wenig nachhaltig und auf Dauer unbefriedigend. Wir entwickeln kaum noch ein Gespür dafür, was uns wirklich wichtig ist und wie wir unser Leben selbstbestimmend gestalten können.

Entschleunigung ist angesagt, den “Autopilot” ausschalten und mehr Achtsamkeit für die inneren und äußeren Gegebenheiten sind wichtig.
Achtsamkeit ist eine umfangreiche Ressource für das Leben, die neben der Bewusstseinsentwicklung eine große Wirkung auf Gesundheit, Stressbewältigung und menschliche Beziehungen hat.
Der Begriff “Achtsamkeit” hat seine Wurzeln im Buddhismus.

In einem Buch habe ich einmal folgende Definition gefunden, die mir sehr passend erscheint:

Achtsamkeit ist das aufmerksame und unvoreingenommene Beobachten aller Phänomene, um sie so wahrzunehmen und zu erfahren, wie sie in Wirklichkeit sind, ohne sie emotional oder intellektuell zu verzerren”.

unbekannte Quelle

Aber nicht nur in der buddhistischen Psychologie sondern auch in der westlichen Psychologie kommt Achtsamkeit immer mehr zum Einsatz.
Dr. Jon Kabat-Zinn entwickelte in den späten 1970er Jahren das Mindfulness-Based Stress Reduction Programm (MBSR). Dieses Programm wird mittlerweile in vielen Kliniken weltweit angeboten.
Im Achtsamkeitstraining lernen Sie Ihre Aufmerksamkeit gezielt auf etwas zu lenken, denn meist läuft dies nach einem bestimmten Muster ab (Autopilot). Des Weiteren lernen Sie Ihren Geist auf die Gegenwart zu richten, denn meist vergessen wir, dass wir lediglich in der Gegenwart existieren und auch nur den jeweiligen gegenwärtigen Augenblick unmittelbar erfahren können.

Vergangenheit und Zukunft werden nie direkt erfahren.

Wir sind es von Kindheit an gewohnt, Dinge zu bewerten. Doch gehören angenehme wie unangenehme Dinge zu unserem Leben und sind unvermeidbar. Wichtig ist sowohl, die einen wie die anderen Erfahrungen nicht abzulehnen oder zu bewerten. Jedes Grübeln über Vergangenes oder Zukünftiges verhindert den Kontakt mit der lebendigen Gegenwart. Deshalb ist es wichtig die Dinge so zu akzeptieren wie sie sind, was in keinster Weise gleichzusetzen ist mit Resignation. Nicht selten kommt es dann zu der paradoxen Situation, nach langem erfolglosem Kampf, dass sich die Dinge bisweilen wie von selbst lösen.

Das könnte Sie auch interessieren:

Wie Partnerschaft gelingen kann

Wie Partnerschaft gelingen kann

Mit diesem Beitrag “wie Partnerschaft gelingen kann”, möchte ich ein sehr aktuelles und wichtiges Thema aufgreifen. Es ist mir ein besonderes Anliegen, da ich in der psychologischen Onlineberatung häufig damit in Berührung komme. Selbstverständlich kann ich bei diesem...

Gelassenheit

Gelassenheit

Häufig wird dieser Begriff meines erachtens falsch interpretiert. Viele Menschen gehen davon aus, dass Gelassenheit einer Unbekümmertheit, ja womöglich einer Gleichgültigkeit gleich kommt. Dies ist allerdings nicht der Fall.  Sein lassen Gelassenheit bedeutet,...

Erwachsen werden

Erwachsen werden

Also was bedeutet es überhaupt erwachsen zu sein, bzw. ab wann ist man denn erwachsen? Zuerst einmal gilt es zu unterscheiden, dass es in diesem Beitrag nicht (wie Sie bereits sicherlich vermutet haben) um das erreichen der Volljährigkeit im gesetzlichen Sinne geht....